Bava Kamma 141

Kapitel 141

א אפילו הכי כיון דקא מקני ליה בהכי הויא מכירה:
1 ebenso ist auch hierbei, obgleich man ihn, wenn er ihn verklagen würde, nicht zur Zahlung verurteilen würde, wenn er ihn dadurch verkauft hat, der Verkauf gültig.
ב גנב וטבח ביום הכפורים וכו': אמרי אמאי נהי דקטלא ליכא מלקות מיהא איכא וקי"ל דאינו לוקה ומשלם
2 G<small>ESTOHLEN HAT UND ES AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE SCHLACHTET</small> &amp;<small>C.</small> Ich will dir sagen, weshalb denn, zugegeben, daß darauf die Todesstrafe nicht gesetzt ist, aber Geißelhiebe sind ja darauf gesetzt, und es ist uns bekannt, daß man nicht der Geißelung und der Geldzahlung verfalle!? –
ג אמרי הא מני ר"מ היא דאמר לוקה ומשלם
3 Ich will dir sagen, hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, man verfalle wohl der Geißelung und der Geldzahlung. –
ד אי ר"מ אפילו טבח בשבת וכי תימא לוקה ומשלם אית ליה מת ומשלם לית ליה
4 Nach R. Meír sollte dies doch auch von dem Falle gelten, wenn er es am Šabbath geschlachtet hat!? Wolltest du erwidern, er sei der Ansicht, man verfalle wohl der Geißelung und der Geldzahlung, nicht aber verfalle man der Todesstrafe und der Geldzahlung,
ה ולא והתניא גנב וטבח בשבת גנב וטבח לע"ז גנב שור הנסקל וטבחו משלם ארבעה וחמשה דברי ר"מ וחכמים פוטרין
5 so wird ja gelehrt: Wenn jemand [ein Vieh] gestohlen hat und es am Šabbath schlachtet, gestohlen hat und es für den Götzendienst schlachtet, einen zu steinigenden Ochsen gestohlen hat und ihn schlachtet, so muß er nach R. Meír das Vier- oder Fünffache zahlen, nach den Weisen aber ist er frei. –
ו אמרי בר מינה דההיא דהא אתמר עלה א"ר יעקב א"ר יוחנן ואמרי לה א"ר ירמיה אמר רבי שמעון בן לקיש רבי אבין ורבי אלעא וכל חבורתא משמיה דרבי יוחנן אמרי בטובח ע"י אחר
6 Ich will dir sagen, abgesehen von dieser [Lehre], denn hierzu wurde gelehrt: R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans – manche lesen: R. Jirmeja sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš – R. Abin, R. Ilea͑ und das ganze Kollegium sagten im Namen R. Joḥanans, hier werde von dem Falle gesprochen, wenn er es durch einen anderen schlachten ließ. –
ז וכי זה חוטא וזה מתחייב
7 Sollte denn, wenn der eine die Sünde begeht, der andere schuldig sein!?
ח אמר רבא שאני הכא דאמר קרא (שמות כא, לז) וטבחו ומכרו מה מכירה ע"י אחר אף טביחה ע"י אחר
8 Raba erwiderte: Anders ist es hierbei, denn die Schrift sagt:<i>und es schlachtet oder verkauft,</i> wie der Verkauf mit Beteiligung eines anderen erfolgt, ebenso auch das Schlachten mit Beteiligung eines anderen.
ט דבי ר' ישמעאל תנא או לרבות את השליח דבי חזקיה תנא תחת לרבות את השליח
9 In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, das <i>oder</i> schließe einen Vertreter ein. In der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt, das <i>statt</i> schließe einen Vertreter ein.
י מתקיף לה מר זוטרא מי איכא מידי דאילו עביד איהו לא מיחייב ועביד שליח ומיחייב
10 Mar Zuṭra wandte ein: Ist denn der Fall möglich, daß jemand, wenn er selber die Handlung begeht, nicht schuldig ist, und wenn sein Vertreter sie begeht, er schuldig ist!?
יא א"ל רב אשי התם לאו משום דלא מיחייב הוא אלא דקם ליה בדרבה מיניה
11 R. Aši erwiderte ihm: Da geschieht dies nicht, weil er nicht schuldig ist, sondern weil er mit der schwereren Strafe belegt wird. –
יב ואי בטובח על ידי אחר מ"ט דרבנן דפטרי
12 Weshalb ist er, wenn er es durch einen anderen schlachtenließ, nach den Weisen frei!? –
יג אמרי מאן חכמים ר"ש דאמר שחיטה שאינה ראויה לא שמה שחיטה
13 Ich will dir sagen, unter Weisen ist R. Šimo͑n zu verstehen, welcher sagt, die unwirksame Schlachtung gelte nicht als Schlachtung. –
יד אמרי בשלמא ע"ז ושור הנסקל שחיטה שאינה ראויה היא אלא שבת שחיטה ראויה היא דתנן השוחט בשבת וביום הכפורים אע"פ שמתחייב בנפשו שחיטתו כשירה
14 Ich will dir sagen, allerdings ist die Schlachtung für den Götzendienst und des zu steinigenden Ochsen eine ungültige Schlachtung, aber die Schlachtung am Šabbath ist ja gültig, denn wir haben gelernt, wenn jemand am Šabbath oder am Versöhnungstage schlachtet, sei die Schlachtung gültig, obgleich er das Leben verwirkt hat!? –
טו אמרי סבר לה כרבי יוחנן הסנדלר
15 Ich will dir sagen, er ist der Ansicht R. Joḥanan des Schusters, denn wir haben gelernt:
טז דתנן המבשל בשבת בשוגג יאכל במזיד לא יאכל דברי ר"מ רבי יהודה אומר בשוגג יאכל במוצאי שבת במזיד לא יאכל עולמית
16 Wenn jemand versehentlich am Šabbath gekocht hat, so darf er es essen, wenn aber vorsätzlich, so darf er es nicht essen – so R. Meír. R. Jehuda sagt, wenn versehentlich, dürfe er es am Ausgange des Šabbaths essen, wenn vorsätzlich, dürfe er es niemals essen.
יז רבי יוחנן הסנדלר אומר בשוגג יאכל למוצאי שבת לאחרים ולא לו במזיד לא יאכל עולמית לא לו ולא לאחרים
17 R. Joḥanan der Schuster sagt, wenn versehentlich, dürfen andere es am Ausgange des Šabbaths essen, er selber aber nicht, wenn vorsätzlich, dürfe man es niemals essen, weder er selber noch andere. –
יח מ"ט דר' יוחנן הסנדלר כדדריש רבי חייא אפיתחא דבי נשיאה (שמות לא, יד) ושמרתם את השבת כי קדש היא לכם מה קדש אסור באכילה אף מעשה שבת אסורין באכילה
18 Was ist der Grund R. Joḥanan des Schusters? – Wie R. Ḥija an der Pforte des Hauses des Fürsten vorgetragen hat:<i>Beobachtet den Šabbath, denn er soll euch heilig sein;</i> wie das Heilige nicht gegessen werden darf, ebenso ist auch das am Šabbath Zubereitete zum Essen verboten. –
יט אי מה קדש אסור בהנאה אף מעשה שבת אסור בהנאה ת"ל לכם שלכם יהא
19 Demnach sollte doch, wie das Heilige zur Nutznießung verboten ist, auch das am Šabbath Zubereitete zur Nutznießung verboten sein!? – Es heißt: <i>euch,</i> es gehört euch.
כ יכול אפילו בשוגג ת"ל (שמות לא, יד) מחלליה מות יומת במזיד אמרתי לך ולא בשוגג
20 Man könnte glauben, auch wenn versehentlich, so heißt es:<i>wer ihn entweiht, soll sterben;</i> ich habe es dir nur von der Vorsätzlichkeit gesagt, nicht aber von der Unvorsätzlichkeit.
כא פליגי בה רב אחא ורבינא חד אמר מעשה שבת דאורייתא וחד אמר מעשה שבת דרבנן
21 Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, das am Šabbath Zubereitete sei [verboten] nach der Tora, und einer sagt, das am Šabbath Zubereitete sei nur rabbanitisch [verboten].
כב מ"ד דאורייתא כדאמרן ומ"ד דרבנן אמר קרא קדש הוא הוא קדש ואין מעשיו קדש
22 Einer sagt, nach der Tora, wie wir bereits erklärt haben; einer sagt, nur rabbanitisch, denn die Schrift sagt: <i>er soll heilig sein,</i> er ist heilig, nicht aber das aus ihm Zubereitete. –
כג בשלמא למ"ד דאוריית' אמטו
23 Erklärlich ist es nach demjenigen, der nach der Tora sagt,